Abstrakt:
In den letzten Jahren hat die Forschung zu den Ursachen von Verletzungen beim Mittel- und Langstreckenlauf zugenommen. Biomechanische Dysfunktionen, Belastungsprogression und Gewebestress scheinen eine Rolle zu spielen, doch trotz umfangreicher Studien sind die Faktoren, die Verletzungen und Leistung beeinflussen, weiterhin unklar. Biomechanische Analysen, insbesondere der Bodenaufprallkräfte, sind hilfreich, um die Effizienz zu optimieren und das Verletzungsrisiko zu reduzieren. Biofeedback hat sich als vielversprechendes Instrument zur Verbesserung des Laufstils erwiesen, obwohl die Variabilität der Studiendesigns die effektivste Methode nicht eindeutig klärt. Ziel dieser Studie war es, die akuten Auswirkungen von sensorbestückten Einlegesohlen mit visuellem Biofeedback auf das Laufverhalten von Freizeitsportlern zu untersuchen. Methoden: Zwischen November 2023 und Februar 2024 wurden 15 Teilnehmer (6 Frauen) rekrutiert, die eine Einverständniserklärung unterzeichneten. Die Teilnehmer trugen ihre Laufschuhe und absolvierten die vier Studienphasen in selbstgewählter Geschwindigkeit. Zwischen den einzelnen Phasen wurde eine fünfminütige Auswaschphase eingelegt. Die Studie begann mit einem sechsminütigen Aufwärmen auf einem Laufband (T3xm, Matrix, Italien). Während der Auswaschphase trugen die Teilnehmer die sensorbestückten Einlegesohlen (FlexInFeet, Sensormedica, Italien) und führten anschließend die erste Untersuchung (T0) durch. Die visuelle Biofeedback-Intervention dauerte sechs Minuten. Über den Bluetooth-Sender der Einlegesohlen sahen die Teilnehmer in Echtzeit die Verteilung der Fußbelastung auf einem Bildschirm und konnten sowohl die Gewichtsverteilung als auch seltene Fußaufpralle korrigieren. Die Studie endete mit der zweiten Untersuchung (T1). Die Untersuchungen dauerten 90 Sekunden und wurden mit einem baropodometrischen Laufband (Strider, Sensormedica) durchgeführt. Analysiert wurden die folgenden raumzeitlichen Parameter beider Beine: Schrittfrequenz, Schrittlänge, Bodenkontaktzeit und Schrittbreite. Ergebnisse: Im Vergleich zu T0 verbesserten sich bei T1 alle Parameter. Die Schrittfrequenz stieg signifikant an (links: 172,97 ± 6,36 vs. 164,38 ± 5,55, p < 0,001; rechts: 172,99 ± 4,81 vs. 162,99 ± 5,48, p < 0,001). Die Bodenkontaktzeit verringerte sich signifikant (links: 0,29 ± 0,02, 0,30 ± 0,02, p < 0,001; rechts: 0,29 ± 0,02, 0,31 ± 0,03, p = 0,001). Schrittlänge und -breite zeigten keine signifikanten Veränderungen (p > 0,05). Schlussfolgerung: Visuelles Biofeedback hat sich als wirksam bei der Verbesserung des Laufmusters der Teilnehmer erwiesen. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Einsatz dieser Technologie das Verletzungsrisiko senken und die Leistung von Freizeitsportlern optimieren könnte.
Autoren: Patanè P, Febbi M, Bottini L, Borsatti D, Cortese L, Del Bianco M, Guardamagna L, Marin L